Die Zeolith-Story

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In den 60er Jahren wurde im Winterdienst auf Sloweniens Strassen kein Salz, sondern Zeolith verwendet. Die staatlichen Streudienste schlossen mangels eigener Infrastruktur Verträge mit den lokalen Landwirten ab, um das Streugut bei ihnen zwischenlagern zu können. Und so geschah es, dass eines Tages ein paar Tonnen Zeolith die Deckenkonstruktion eines Schweinestalles überforderten und samt Ausfachungen bei den Schweinen landeten. Der Landwirt staunte nicht schlecht, als er am kommenden Morgen die Tiere dabei überraschte, wie sie die aus marinen Vulkanasche-Sedimenten gewonnenen Mineralien verspeisten. Es folgten wohl ein paar Tage ängstlichen Wartens, doch den Schweinen ging es gut. Gespenstisch gut.

Das war der Anfang der medizinischen Verwendung von Zeolith in Europa. Aufbauend auf früheren sowjetischen Entwicklungen brachte der kroatische Forscher Tihomir Lelas den nächsten Stein ins Rollen. Zeolith war bis dahin als Heilerde wegen seiner grossen Ionen-Austauschkapazitäten geschätzt worden, doch die Sowjets hatten ein Mahlverfahren an den Start gebracht, in dem das Gesteinsmehl in einem Arbeitsgang zudem mikronisiert und elektrisch aufgeladen wurde. So genannter Tribomechanisch Aktivierter Zeolith (TMAZ) fand so durch Lelas den Weg zum Patent- und Markenamt. Durch die Aktivierung griff diese Heilerde nun auch aktiv in die Elektrochemie des Körpers ein, indem sie Freie Radikale neutralisierte – und das besonders intensiv, denn die mikronisierten Partikel sind teilweise zellgängig und konnten so überall im Körper ihre Wirkung entfalten. Der erste Hersteller, der eine grössere Marktpräsenz erreichte, war Lelas Partner Milan Ljubicic, der das Produkt von Berlin aus unter dem Namen Megamin (für Menschen) und Megagreen (als Blattdünger für Pflanzen) vertrieb. Ljubicic war ambitioniert, wollte für das Wundermittel die Zulassung als Medikament durchboxen. Dieses Abenteuer kostete ihn etwa 10 Millionen Euro Investment und letztendlich seine Existenz. Nach insgesamt etwa 70 Prozessen, die die Pharmaindustrie gegen ihn angestrebt hatte, reichte sein Vermögen nicht mehr aus, um die klinischen Studien zu bezahlen und somit juristisch betrachtet bei den Krankenhäusern auszulösen. Was schade war.

Getestet wurde Megamin in unzähligen klinischen Vorstudien unter anderem bei Krebspatienten als begleitende Therapie zur Bestrahlung und Chemotherapie und in einem Parallelversuch als Alternative zu Bestrahlung und Chemotherapie.1 Lies man Chemo und Bestrahlung einfach bleiben und behandelte nur mit TMAZ, lag die vollständige Heilung nach drei Jahren bei 81%, 19% der Patienten hatten zumindest eine Verbesserung des Krankheitsbildes erfahren. Bei der Gruppe, die parallel Bestrahlung und Chemotherapie bekamen, lag der Heilerfolg immerhin noch bei 50%, die andere Hälfte hatte entsprechen nur eine Verbesserung des Gesamtzustands erreicht. Gestorben war keiner der Probanden. Ohne die Anwendung von TMAZ liegt die Überlebenschance (5 Jahre) einer Chemotherapie im langjährigen Mittel je nach Krebsart bei 0,7 bis 2,3%.2

Allerdings ist die Krebstherapie bei weitem nicht das einzige Einsatzgebiet von Zeolith. Zeolith besteht aus Aluminiumoxyd und Siliziumoxyd, die eine extrem poröse Kristallstruktur bilden. 50% des Volumens besteht aus Hohlräumen und durch die Feinheit der Kapillaren hat der Kristall eine gigantische innere Oberfläche von 500-600 Quadratmetern pro Gramm. Zeolith bildet sich im Meerwasser wenn sich die Asche von Vulkanen dort ablagert, und so bindet diese zellenartige Struktur grosse Mengen an Mineralstoffen ein, die im Meerwasser ja in genau der Mengenverteilung vorhanden sind, wie der menschliche Körper sie für sein Blutbild braucht. Dadurch hat Zeolith nicht nur von der Struktur her grosse Austauschkapazitäten und -reserven, sondern er stellt auch genau die Mineralien zur Verfügung, die der Körper braucht. Ausser bei den Hauptbestandteilen Aluminiumoxyd und Siliziumoxyd selber. Hier sind insbesondere die silikatreichen Zeolithe gefragt, da sie eine grössere Fähigkeit haben Aluminiumverbindungen aufzunehmen und so insbesondere Alzheimer vorbeugen könnten.

Die Liste der Krankheiten die nach der oben zitierten Zusammenfassung von Lelas in den klinischen Test positiv auf Zeolith angesprochen haben ist entsprechend lang.

Positive Ergebnisse ergaben die Studien bei Untersuchungen des:

  • immunstimulierenden Effekts,
  • Prüfung der anti-oxidativen Wirkung,
  • Prüfung des Adjuvans-Effekts (p21 und p27) in Tumorzellen,
  • Prüfung der Wirkung auf Viren,
  • Prüfung der Auswirkungen auf die Zell-Rezeptoren,
  • Die morphologische und funktionelle Veränderungen des Mikro-Kreislauf-Systems und des Immunsystems des Dünndarms,
  • Wirkung auf die Chemie des Zellwasser und die daraus resultierende Wirkung auf Tumorzellen sowie
  • Prüfung der Intensivierung der reaktiven Fähigkeiten und biologischen Aktivitäten anderen Substanzen in Kombination mit TMAZ.

Nach dem Kollaps der Firma Megamin war es eine Weile schwer, tribomechanisch aktivierten Zeolith als Nahrungsergänzungsmittel zu bekommen, inzwischen ist in Europa trotz offener markenrechtlicher Fragen bezüglich des Begriffes TMAZ jedoch auch wieder aktiviertes Material lieferbar. Bei den nicht-aktivierten Qualitäten hat sich inzwischen der Einsatz in der Mastviehhaltung durchgesetzt, wo Zeolith viel bei der industriellen Herstellung von Futtermitteln eingesetzt wird. Allerdings als Rieselhilfe deklariert.

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i) Tihomir Lelas: Project TMAZ. SUMMARY OF RESARCH RESULTS 1997 – 2007. Zagreb, June 2007 online am 3.8.2012 unter www.skalaris.nl/files/summaryenglishskalaris.pdf

ii) http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/die-erfolgsrate-von-chemotherapien online am 3.8.2012