Lei(d)tartikel auf deutsch…

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Grenzen und Übergänge

 

»Ukraine« heißt auf Deutsch: Grenzland.

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Diese Haut zwischen dem alten engen Europa und der sich seiner Zukunftskultur entgegenträumenden russisch-sibirischen Unendlichkeit… Wir hatten sie sehr lieb gewonnen in unserer Arbeit mit dem Schwarzerdefond, mit der Milchkooperative in Odessa, den mutigen Frauen in Lemberg/ Lviv und vor allem dem biodynamischen 500 Hektar Hof westlich von Kiew. Unsere Reisen in die Ukraine und die Schwarzmeerregion waren für uns immer Wiederbegegnungen mit den eigenen Wurzeln. Zugleich konnte man den zarten Keim einer zukünftigen Erd-Kultur spüren: Menschlichkeit im Wesentlichen. Echtes Essen, Gemüse aus dem Garten, Hühner und Honigbienen… »Alle« in der Ukraine sind Gartenbauer, tief verwurzelt in der schwarzen Erde.

Europa2Eben diese Erde weckte Begehrlichkeiten – siehe unsere damaligen Kampagnen gegen den Missbrauch von Äckern für Treibstoffproduktion. Die schleichende Aneignung von Europas »Ledenstück« durch skrupellose westliche Investoren ist nun zu einer Totalübernahme geworden. Das Erwachen der vorerst im Nationalismus betäubten Bevölkerung kann bitter werden…

Ist es übrigens Zufall, dass gerade jetzt der russische Ministerpräsident bekannt gibt, dass GMO verboten und Land für die biologische Bewirtschaftung an breite Bevölkerungskreise verteilt wird?

100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges werden mit aller Kraft Keime zu tiefen Konflikten gesät. Was man wirklich von 1914 lernen kann, hat unser Freund Dr. Markus Osterrieder in seinem eben veröffentlichten Buch in aller Gründlichkeit dokumentiert. Wir freuen uns auf Seminare und Vorträge mit ihm im September!

 

 

Frühjahr 2014 ist eine Wegmarke im Verhältnis von Mensch zu Maschine. Seit ein paar Wochen ist »Google Glasses« lanciert: Eine Brille mit eingebautem Bildschirm, Filmkamera und Tonübertragung direkt in das Innenohr. eine Technologie, die sich anschickt, Datenschnüffelei und Bewusstseinskontrolle zur Mode zu machen. Das Tragen der coolen Multimedia-Brille wird zur Selbstunterwerfung unter den großen Bruder – weil es ja so Spaß macht. Das wird ein Fest der Kommunikation: du sitzt deinem Schatz gegenüber und flüsterst »Schau mir in die Augen, Kleine« – während du gleichzeitig auf deinem Bildschirm Fußball gucken und Hintergrundinformationen zu ihrem Einkommen aufrufen kannst. – Aber Achtung: wer weiß, welches Programm sie am Laufen hat… Dein Bildnis, live gefilmt aus der Perspektive des gegenüber, wird direkt an Google weitergeleitet. Ob der Google-NSA-Komplex bald eine ganze Stadt einrichten muss, um all diese Datenmengen auszuwerfen? Um die Besitznahme des Bewusstseins komplett zu machen, geht die Tonübertragung nicht wie bei gewöhnlichen Headsets außen ans Ohr, sondern direkt in die körpereigene »Knochenresonanz« (bone conduction). Das ist jene intime Schallübertragung über Innenohr und Schädelknochen, die uns die eigene Stimme von innen hören lässt (jeder hat schon einmal das Befremden erlebt, wenn man sich selbst in Tonaufnahmen hört). Diese Leibheimat des Klanges der Persönlichkeit (per-sonare: hindurch-tönen) dürfen wir also fortan mit Google teilen, es der kollektiven technologischen Intelligenz unserer Zeit selbstlos zur Verfügung stellen. Auch eine Art der Unsterblichkeit: in den unterirdischen Servern des NSA.

In Zukunft werden wir Inseln des  Echten bewusst schaffen müssen: echte Sinneswahrnehmungen, echte Empfindungen, echte Begegnungen von Mensch zu Mensch. Umso wertvoller werden diese dann: subversiv, keimkräftig, Gemeinschaft stiftend!

Im Baldron-Kalender der Sommermonate sind eine Fülle solcher Aktivitäten zu finden, von uns oder auch von unseren Freunden organisiert. Herzlich willkommen!